Familienzeit-Initiative

Wir leben im 21. Jahrhundert. Die Gesellschaft verändert und entwickelt sich stets weiter. Die starren Rollenbilder, die Frauen und Männer noch im letzten Jahrhundert zu erfüllen hatten, wurden aufgeweicht und viele Paare, die heute eine Familie gründen, organisieren ihr Leben partnerschaftlich. Familie und Beruf haben einen hohen Stellenwert und Eltern wollen sich nicht wie früher für das Eine entscheiden, sondern gemeinsam die Verantwortung für Kinder und Einkommen tragen.

In der Schweiz ist dieser Wille nicht so einfach umzusetzen. Unsere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinken im europäischen Vergleich hinterher. Lohngleichheit und bezahlbare Kitas sind seit Jahrzehnten Forderungen, die bis heute nicht erfüllt sind.

Jetzt kommt die Familienzeit-Initiative
alliance F, die politische Stimme der Frauen in der Schweiz, lanciert die Initiative als Teil einer überparteilichen breit abgestützten Allianz. Auch die Frauenzentrale St.Gallen engagiert sich im Initiativkomitee, das sich für eine faire, ausgewogene, zukunftsorientierte Elternzeit ausspricht und die Veränderungen in unserer Gesellschaft aufnimmt.

Das Generationenwerk
Die Familienzeit-Initiative legt den Grundstein für ein Generationenwerk für Gleichstellung und Vereinbarkeit und fordert je 18 Wochen Familienzeit für beide Elternteile.

  • Der heutige Mutterschutz von 14 Wochen soll auf 18 Wochen verlängert werden, ebenso erhält der zweite Elternteil 18 Wochen Familienzeit. Ein Viertel der Zeit wird gemeinsam bezogen.
  • Alle bestehenden Gesetze zum Gesundheitsschutz der Mutter rund um die Geburt bleiben unverändert bestehen.
  • Zur Entschädigung der Familienzeit richtet der Bund eine Elternschaftsversicherung ein. Die Mindesthöhe und die Finanzierung der Entschädigung richten sich nach den Grundsätzen der Entschädigung für Militär- oder Zivildienstleistende.
  • Die Familienzeit ist über eine Generation gerechnet kostenneutral, nach 20 Jahren übersteigen Steuereinnahmen und Sozialversicherungsabgaben die Investitionen.

Was bringt die Familienzeit der Gesellschaft, der Wirtschaft?
Die Familienzeit ermöglicht Eltern, von Anfang an eine gesunde Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen und das Familienleben zu organisieren. Beide Elternteile kehren nach der Familienzeit gestärkt ins Erwerbsleben zurück. Besonders Frauen, die bisher ihre Arbeit wegen Mutterschaft aufgaben, bleiben im Beruf, was für das Familieneinkommen und die spätere Rentenleistung äusserst wichtig ist. Gleichzeitig profitiert die Wirtschaft von den zurückkehrenden Eltern, die zunächst evtl. mit angepasstem Pensum, aber vollem Know-how im Unternehmen bleiben. Das Generationenwerk wirkt dem Fachkräftemangel entgegen, trägt zur Erwirtschaftung des Wohlstandes bei und kommt damit der gesamten Gesellschaft zugute.

Wenn die Schweiz Kinder & Fachkräfte will, muss sie in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf investieren.

14. Juni: Nationaler Unterschriften-Sammeltag
Zurzeit werden Unterschriften für die Initiative gesammelt. Die Frauenzentrale St.Gallen wird am 14. Juni 2025 am Innerkulturellen Begegnungstag und gleichzeitigem Feministischen Streiktag in der Marktgasse St.Gallen präsent sein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand und danken herzlich für Ihre Unterstützung der Familienzeit-Initiative:  UNTERSCHRIFTENBOGEN

Mehr Infos auf  www.de.alliancef.ch/familienzeit